Nahwärmenetz

Ein Nahwärmenetz besteht aus einer zentralen Heizanlage, einem Verteilnetz und mehreren Hausübergabestationen. Diese beziehen Wärme für Heizung und Warmwasser aus der zentralen Anlage, die über isolierte Erdleitungen zu den angebundenen Gebäuden transportiert wird. Hier übergibt ein Wärmeübertrager die Energie an die Warmwasser-Heizungsanlage im Haus.

Für die Versorgung mit Nahwärme kommen mehrere Technologien, wie Blockheizwerke, Wärmepumpen, Hackschnitzel-Heizwerke oder Solarthermieanlagen in Frage. In ländlichen Regionen eignen sich Nahwärmenetze mit einer Holzheizung. Zum Einsatz kommen dabei hauptsächlich Hackschnitzel. Diese laufen vollautomatisch mit zerhackten Holzresten aus Wald- und Landschaftspflege. Der Brennstoff ist regenerativ, in der eigenen Region erhältlich und darüber hinaus auch günstiger als Gas oder Heizöl. So wollen wir dies auch in Oberhaun realisieren und zwar in Kombination mit Solarthermie. Bei Ausfall eines Hackschnitzelkessels oder bei besonders hohem Wärmebedarf, würde zudem ein redundanter Gaskessel mit einspringen. So ist die Versorgung zu jederzeit gesichert.

An die Nahwärme angeschlossene Verbraucher zahlen nicht für den Brennstoff Öl, Gas oder Brennholz, sondern für die tatsächlich übergebene Wärme. Möglich ist das durch sogenannte Wärmemengenmesser, die in der Übergabestation jeder Hausanlage integriert sind. Nahwärmenetze werden zum größten Teil durch Genossenschaften betrieben. Auch dies wollen wir in Oberhaun so handhaben.

Bei Nahwärme geht es nicht nur um den Preis. Es geht um viel mehr!

Nämlich ein gemeinschaftliches Projekt, das ein Dorf belebt und das Heizen reformiert. Man vergisst häufig, was Heizen für uns heute bedeutet:  Wir haben akzeptiert, dass Heizpreise scheinbar willkürlich schwanken und wir bei einem Ausfall auch im kalten Winter nicht sicher sein können, dass ein Heizungsbauer bereitsteht. Wärme ist anonym und umweltschädlich geworden. Kommt die Rechnung dann per Post, muss ich sie so hinnehmen. Das möchten wir ändern.

MITBESTIMMUNG 

Als Mitglied der Genossenschaft entscheiden Sie mit über Preise und die Zukunft des Projektes. Es wird alles gemeinschaftlich besprochen, was Sie bewegt. 

ALLES AUS DER REGION 

Unsere Wärme und das Holz kommen nachhaltig aus der Region. In vielen Dörfern ist die Nahwärme der Beginn für eine starke Dorfgemeinschaft. 

ZUKUNFTSFÄHIG UND KLIMAFREUNDLICH 

Wir vereinen mit der Dorfwärme Klimaschutz und Naturschutz. Wir steigen deswegen um: Restholz und Solarenergie sind krisenfest, preisstabil und klimafreundlich. 


Schenken wir uns und unseren Kindern eine sichere Zukunft!

Vor- und Nachteile von Nahwärmenetzen

VORTEILE


  • Aktiver Beitrag zum Klimaschutz durch den Einsatz von erneuerbaren Energien
  • Unabhängig von fossilen Energien
  • Heizkosten werden stabiler und kalkulierbarer
  • Unabhängig von äußern Markteinflüssen (Heizölpreis, Gaspreis, Strompreis, voraussichtliche Preissteigerungen durch CO2 -Steuer)
  • Wertschöpfung / Wirtschaftlichkeit bleibt in der Region (ca. 1000 € pro Haushalt an Heizkosten gehen zur Zeit der Region verloren)
  • Kein Risiko durch schärfere gesetzliche Vorlagen - Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben ist gesichert
  • Ersparnisse durch günstigere Wärmepreise
  • Einsparung von Stromkosten durch Wegfall der einzelnen Heizungsanlagen (Brenner, Pumpen)
  • Wegfall von individueller Wartungskosten für die Heizungsanlage des Brennstofflagers und des Schornsteins
  • Entlastung für den einzeln Hausbesitzer: Keine einzelne Beschaffung von Brennstoffnachschub oder Wartung der Heizungsanlage. Dies erfolgt gebündelt für die Zentrale.
  • Die Kosten für die Anlage teilen sich auf alle beteiligten Verbraucher auf. Es ist deutlich effizienter und sparsamer, eine zentrale Anlage zur Erzeugung von Energie zu bauen, als separate Anlagen in jedem Wohnhaus.
  • Freie Kellerräume - Heizkessel und Öltanks fallen weg.
  • Wertsteigerung für das Haus
  • Zusammen mit dem Anschluss ans Nahwärmenetz wird auch Glasfaser verlegt. So kommen alle angeschlossenen Haushalte  in den Genuss schnellen Internets.

NACHTEILE


  • Hohe Investitionskosten für die gesamte Anlage (Rohrleitungen, Heiz-Zentrale, Hausübergabestationen), weswegen die Realisierung nur über eine Genossenschaft vieler Abnehmer realisierbar ist.
  • Bindung der Verbraucher über Jahre an das Netz